Blind und Sport, wie soll das bitte funktionieren?

Wenn ich jemandem erzähle, dass ich Sprinter bin, wird meistens erst ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und dann gefragt „Wie machst du das?“ oder „Das geht doch gar nicht.“.

 

Ich würde zwar allein wohl nicht sicher das Ziel erreichen, aber mein Guide lenkt mich und hält mich in der Bahn.

 

Ein Guide ist der Begleitläufer, mit dem ich über ein Bändchen am Handgelenk verbunden bin. Das Band ist hierbei so eng, dass man denken könnte, dass wir zusammenkleben. Wir müssen aber so dicht zusammen laufen, damit ich auf jede kleine Bewegung meines Guides reagieren kann und er mich ohne große Schwierigkeiten lenken kann. Während des Laufs Sagt er mir dann noch, ob wir uns im Kurven Eingang, im Scheitelpunkt oder im Kurven Ausgang befinden. Kurz vor dem Ziel lässt er sich leicht zurückfallen, weil der Sportler zuerst über die Ziellinie laufen muss, da es sonst zu einer Disqualifikation führen würde. Diese schmerzliche Erfahrung musste ich auch schon machen, aber wir sind halt alle nur Menschen und nicht perfekt.

 

Mein Guide ist so zu sagen mein Auge. Er muss 0,5 bis 1 Sekunde schneller sein als ich, da er sich nicht auf seinen eigenen lauf konzentrieren soll, sondern seine gesamte Aufmerksamkeit beim Sportler liegt.